27.10.2011

Vorsicht mit Erfolgszahlen auf Webseiten: Das Finanzamt rechnet mit

Erfolgreiche Verkaufstexte leben von realen Beispielen für den Nutzen des beworbenen Angebotes.

Als Beweis für den Produktnutzen dienen auch konkrete Zahlen. Einerseits über die Erfolge und Ergebnisse, die durch ein Produkt oder eine Leistung bereits erzielt wurden (Kundennutzen). Aber auch als Nachweis dafür, wie viele andere Kunden dieses Produkt schon schätzen (Vertrauen).

Dabei sollten Sie selbstverständlich reale, nachweisbare Daten und Fakten nutzen. Keine Fantasiezahlen. Nicht nur aus moralischen Gründen...

Nur beweisbare Daten schaffen Glaubwürdigkit


Im Bereich "Geld verdienen im Internet" und bei vergleichbaren Offerten wird gern mit (angeblich) erzielten Einkommen gearbeitet. Die sind für Durchschnittsverdiener beeindruckend. Sie suggerieren, dass der Käufer ähnliche Ergebnisse erzielen kann, wenn er dieses Produkt kauft.

So lange die Einkommensangaben belegbar sind - ok. Dann stimmen sie hoffentlich auch exakt mit den Angaben in der Steuererklärung des Anbieters überein. ;-)

Wenn Sie sich mit falschen Zahlen brüsten...

...ist nicht nur Ihre Geschäftspraktik zweifelhaft. Sie belügen schließlich Ihre Kunden. Und es könnte deshalb Ärger wegen unlauteren Wettbewerbs geben. Woran wohl kaum jemand bei der Offenbarung von Einkommen oder Kundenzahlen im Internet denkt:

Ihr Finanzamt beobachtet Sie - online!

Ihr Finanzamt sieht unter Umständen Ihre Einkommensangaben in Ihrer Werbung. - Und denkt sich etwas dabei! Es prüft Ihr Unternehmen auf Steuerehrlichkeit. Haben Sie in Ihrer Werbung mit einem Monatseinkommen von 25.000 € geprahlt, aber nur 500 € verdient, kann es teuer werden.

Letztlich müssen Sie im Falle einer Betriebsprüfung nachweisen, dass Sie ein geringeres Einkommen hatten, als Ihre Werbung vorgaukelt.

Das gilt auch für völlig seriöse Preisangaben auf Ihrer Webseite. Daraus schätzt sich Ihr Finanzamt mittels ergänzender Angaben bei der Betriebsprüfung Ihr Einkommen zusammen und vergleicht es mit Ihrer Steuererklärung. Siehe hierzu handwerk.com

Ihre Veröffentlichungen ergänzen (ungewollt) Ihre Steuererklärung

Nach den aktualisierten Methoden der Betriebsprüfung werden auch Ihre Pressemitteilungen, Pressemeldungen und Veröffentlichungen auf Ihrer Webseite (und in sozialen Netzwerken???) mit einer speziellen Software durchforstet. Die Ergebnisse werden mit Richtzahlen und Ihren Angaben in der Steuererklärung abgeglichen, um möglichen Steuersünden auf die Schliche zu kommen. Holzauge sei wachsam!

Überlegen Sie sich deshalb genau, was Sie über Ihre Erfolge im Internet veröffentlichen. Es lohnt sich aus vielen Gründen dabei absolut ehrlich zu bleiben und auf vollmundige Erfolgsstories zu verzichten:
  • Ihre Kunden vertrauen Ihnen und schätzen Ihre Ehrlichkeit.
  • Sie kollidieren nicht mit dem UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb).
  • Sie entgehen dem Betrugsverdacht.
  • Sie ersparen sich Steuerzahlungen auf Einkommen, die Sie niemals hatten.
  • Sie schlafen nachts ruhig mit reinem Gewissen ;-)

13.10.2011

Laufen sich Social Media tot?

Kürzlich offenbarten Nutzerstatistiken das nachlassende Interesse der User an Facebook, Twitter & Co. Gleichzeitig wächst langsam das Interesse der Unternehmen an der Nutzung der sozialen Kommunikationskanäle für PR und Werbung.

Läuft das unternehmerische Interesse an Social Media ins Leere?

Social Media ist längst in der Normalität angekommen. Es geht nicht um einen Hype. Sondern darum, dass die Sozialen Medien gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen verändern. Die Frage nach dem "Ob" stellt sich nicht mehr. Nur noch, nach dem "Wie".

Wenn ich mein eigenes Nutzerverhalten beobachte, kann ich die rückläufige Nutzung sozialer Medien zur Information und zum Austausch als Userin teilweise bestätigen. Denn die intensive Kommunikation über mehrere Netzwerke ist zeitaufwändig und erfordert ständig frische Kreativität. Manchmal wird es sogar langweilig, wenn der Austausch mit "Freunden" ins Belanglose abgleitet. Und doch bin ich fast täglich "drin".

Gleichzeitig nutze ich Soziale Netzwerke für meine Unternehmenskommunikation. Ich sehe Social Media also aus zwei Perspektiven. Ist es denn sinnvoll, bei immer geringerer Aufmerksamkeit für die Veröffentlichungen überhaupt als Unternehmen in Social Media zu investieren? Ich meine: JA!

Warum sich Social Media Marketing auch für Sie lohnt

 Der Inhalt der Kommunikation ist entscheidend. Auch der Grad der persönlichen Bindung, die durch eine Online-Vernetzung aufgebaut wurde. Mit wem ich öfter direkten virtuellen Austausch pflege, dem fühle ich mich auch näher und beachte ihn mehr.

Und so geht es auch Ihren potenziellen oder schon vorhandenen Kunden. Sie schaffen über den Dialog eine virtuelle und doch persönliche Bindung zu Ihrem Markt. Sie machen den Boden für Ihre Verkaufsbemühungen fruchtbar. Kundenservice über Soziale Netzwerke ziehen Verbraucher der telefonischen Betreuung immer mehr vor.

Das ist Marketing!

Marketing schafft die Voraussetzung dafür, dass Ihre Angebote gekauft werden. Idealerweise, ohne dass Sie offensiv verkaufen müssen.

Kontinuität scheint mir für Social Media Aktivitäten wichtig zu sein. Sonst gilt wie im wahren Leben: Aus den Augen - aus dem Sinn. Eine weitaus größere Rolle als die Quantität spielt aber immer noch die Qualität. Besonders, wenn Unternehmen kommunizieren.

Die Commuity erwartet
  • nützliche, neue Informationen, 
  • direkte Hilfe und Antwort auf Fragen,
  • Vorteile durch die virtuelle Verbindung,
  • Spiel, Spaß, Spannung, Unterhaltung,
  • persönlichen, authentischen, direkten, Hierarchie übergreifenden Dialog,
  • frische Impulse für das eigene Denken und Handeln, 
  • offenen, persönlichen Austausch zu aktuellen Themen
 auch (und vor allem) wenn sie für das Unternehmen gerade unangenehm sind. Ehrliche, offene Kommunikation als Person (Chef, Mitarbeiter) statt als anonymes Unternehmen schafft Vertrauen und Sympathie.

Paradigmenwechsel in der Kommunikation

Heute geht es nicht mehr darum, seine Identität im Web zu finden, sondern sich einzigartig zu positionieren. Sich durch Alleinstellungsmerkmale von anderen Anbietern im Netz abzuheben. Denn letztlich bestimmen nicht mehr Sie als Unternehmen Ihr Image, sondern die Meinung der Community.  Egal, ob Sie selbst in Sozialen Netzwerken aktiv sind oder nicht. Es wird über Sie geredet!

Verbraucher üben über Social Media Druck auf Unternehmen aus. Auch auf die Politik. Nur unsere Politiker interessiert das (noch) wenig, wenn wir uns im Netz mit oder über ihr Tun austauschen. Sie bekommen ihr Geld auch, wenn wir Bürger nicht mit ihrem Tun einverstanden sind. Anders als Unternehmen.

Über Nacht reich werden mit Facebook?

Es ist strittig, ob Verkauf überhaupt in die Sozialen Netzwerke gehört. Ich denke schon, dass auch für konkrete Angebote geworben werden darf und sollte, wenn es zum Thema und der Community passt. Aber bitte: kein platter, aufdringlicher Vertrieb! Es kursieren da gerade große Versprechungen, schnell mit Facebook reich zu werden. Ich habe dafür noch keine Beweise gesehen. Im Gegenteil.

Sie machen sicher mehr Umsatz durch die Nutzung Sozialer Netzwerke. Doch das braucht "Geduld und Spucke". Wenn Sie Ihre Angebote in Sozialen Netzwerken bewerben möchten, tun Sie es subtil und nähern Sie sich langsam an die potenziellen Käufer an. Sonst zerstören Sie die Kaufbereitschaft und das Interesse an Ihrem Unternehmen schon im Keim. Vielleicht bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel. Aus der bisherigen Erfahrung würde ich es nicht darauf ankommen lassen.

Verkauf ist in Sozialen Netzwerken nicht das Ziel und nicht gefragt, sondern aktiver, lebendiger Austausch - ohne Druck. Kurz gesagt, die Mischung macht´s. Ich glaube, es gibt viele gute Ansätze für Social Media Aktivitäten. Auch ein gewisses Grundgerüst, das wichtig ist.

Aber es gibt sicher nicht DIE Social Media Strategie für Unternehmen.

Denn wie in allen anderen Marketing-Kanälen muss die Kommunikation auch in Sozialen Netzwerken auf die Branche, die Angebote und die Zielgruppe usw. abgestimmt sein. Es gibt kein Allheilmittel Social Media Strategie. Dem, der Ihnen das verspricht, sollten Sie besser kein Budget in die Hand drücken. Jedes Unternehmen muss seine individuelle Social Media Marketing Strategie finden, die passt.

Diese wiederum gehört in die gesamte MarketingStrategie Ihres Unternehmens integriert. Denn bei aller Begeisterung für Facebook, Twitter, XING & Co - sie sind nur ein Teil, ein Kanal Ihrer Unternehmenskommunikation!

Interessante Informationen und Praxis-Erfahrungen mit Social Media aus Unternehmenssicht wurden auf der 4. Social Media Anwenderkonferenz in Köln diskutiert. Erfahren Sie hier mehr dazu: Social Media Konferenz im Social Media Magazin™

07.10.2011

RIP Steve Jobs: Was wir von diesem unglaublichen Unternehmer lernen können

Einer der größten Visionäre und erfolgreichsten Unternehmer unserer Zeit hat diese Welt verlassen. Bis zuletzt war sein Lebenswerk - Apple - seine oberste Priorität. Erst vor einem Monat hatte Steve Jobs die Leitung von Apple aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Nun starb er im Alter von nur 56 Jahren. Unglaublich, was dieser Mann in seinem scheinbar kurzen Leben geleistet und der Menschheit gegeben hat! Davor habe ich tiefsten Respekt.

Für mich ist Steve Jobs´ Werk Ansporn in zweierlei Hinsicht:
  1. An meiner Vision festzuhalten, was immer das Leben mir als Herausforderung in den Weg stellt.
  2. Mein Leben noch intensiver zu genießen und mit voller Kraft meine Vision zu verwirklichen, ohne dabei das Leben bei der Arbeit zu vergessen. Denn geschäftlicher oder finanzieller Erfolg allein ist nicht alles, wenn es um Glück, Gesundheit und Erfüllung im Leben geht.
Ich bin von Steve Jobs´ Lebensweg und seiner Weitsicht beeindruckt. Es gibt eine Menge, was sich von ihm zu lernen lohnt. Nick Scheidies hat die wesentlichen Lektionen so toll auf den Punkt gebracht, dass ich Ihnen seinen Artikel gern empfehle, auch wenn er in Englisch ist. Hier die wichtigsten Lehren in Kurzform:


21 Lebenslektionen von Steve Jobs
  1. Sieh in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit und folge dem Trend
  2. Sieh in allem das Positive
  3. Lerne von anderen (und aus deren Fehlern)
  4. Fange früh/ jung an, Deine Träume zu verwirklichen
  5. Ausbildung ist wichtig...
  6. ...aber nicht notwendig
  7. Reise durch die Welt
  8. Umgib Dich mit guten, fähigen Menschen
  9. Erwarte Großartiges
  10. Tu so, als ob - bis es so ist 
  11. Hindernisse sind dazu da, überwunden zu werden
  12. (Über-)schätze Geld nicht
  13. Schätze Menschen
  14. Geh Risiken ein
  15. Schaffe eine persönliche Marke
  16. Verfolge ein höheres Ziel (das über Deinen persönlichen Erfolg hinausgeht)
  17. Finde die richtigen Partner
  18. Falle vorwärts, wenn Du auf die Nase fällst (und steh wieder auf!)
  19. Tu, was Du liebst und verliere nie das Vertrauen
  20. Denke dran: Das Leben ist kurz.
  21. Hinterlasse Deine Spur auf dieser Welt
Hier geht es zum Artikel von Nick Scheidies: http://www.incomediary.com/21-life-lessons-from-steve-jobs/