16.07.2012

Soziale Netzwerke: Von Gefahren und Risiken


Gastbeitrag von Robert Nabenauer, www.presalesmarketing.com
 
Marketingagenturen schießen wie Pilze aus dem Boden, die Budgets für soziale Netzwerke wachsen Jahr für Jahr. Die Vormachtstellung der Kaltakquise scheint endlich gebrochen. Doch vielerorts wird aus Euphorie schnell Ernüchterung, folgt auf Begeisterung tiefe Enttäuschung. Vielen Verantwortlichen fehlt ganz einfach das Know-how, wie es sich innerhalb der Online-Welt richtig zu bewegen gilt. Das möchte ich heute ändern und Ihnen zeigen, auf was Sie in XING, Facebook und Co. unbedingt verzichten sollten.

Wie schnell aus dem Wunsch nach einem modernen Image ein sogenannter Shitstorm - die Übersetzung ersparen wir uns an dieser Stelle - werden kann, musste vor einiger Zeit die Deutsche Bahn feststellen. Nachdem das neue Profil in Facebook erst einmal eingerichtet war, herrschte fast schon Funkstille.

Eigene Beiträge wurden nur sporadisch eingestellt, die Kommentare von Nutzern wurden nahezu eisern ignoriert. Die Folge: 

Die Bahn selbst hat ihren Kritikern die ideale Bühne für deren Unmut bereitgestellt. Statt auf negative Kommentare einzugehen, sah das Unternehmen wohlwollend über diese Beiträge hinweg. Das sorgte nur für noch mehr Unmut und Ärger – die Kritiker lieferten sich einen regelrechten Wettlauf.

Ihr Engagement innerhalb sozialer Netzwerke – mehr als nur ein Intermezzo

Wie Sie am Beispiel der Deutschen Bahn sehen, erfordert Ihre Präsenz innerhalb sozialer Netzwerke vor allem Zeit, Engagement und Know-how. Ohne eine grundlegende Planung und Strategie kommen Sie in diesen Online-Welten mit ihren ganz eigenen Regeln nicht weit. Nachfolgend habe ich Ihnen deshalb vier Tipps zusammengestellt, die Sie beachten sollten, möchten Sie innerhalb der sozialen Netzwerke nachhaltig erfolgreich sein.
  1. Nehmen Sie sich für die Pflege Ihrer Kontakte täglich Zeit

Soziale Netzwerke sind nichts, was Sie zwischen Tür und Angel eben mal schnell erledigen können. Sie erfordern ein gewisses Maß an Engagement. 

So sollten Sie sich täglich Zeit nehmen, um Kontaktanfragen zu bestätigen, Kommentare zu beantworten und Nachrichten zu verschicken. Auf diese Weise halten Sie das Interesse an Ihrer Person und Ihrem Unternehmen auf einem hohen Niveau und sorgen für Aufmerksamkeit innerhalb Ihrer Branche. 

Insbesondere bei direkten Anfragen von (potentiellen) Kontakten sollten Sie schnell reagieren. Im Zweifel gilt hier sogar: Antworten Sie lieber gar nicht als spät – denn wenn Sie erst nach Wochen reagieren, ist das Unverständnis umso größer.

Übrigens eignen sich für die Pflege Ihrer Kontakte besonders jene Tageszeiten, an denen Sie erfahrungsgemäß weniger produktiv sind. Bei vielen Menschen ist das direkt nach der Mittagspause oder kurz vor Feierabend.
  1. Löschen Sie keinesfalls kritische Beiträge


Die Netzgemeinde reagiert besonders sensibel auf jegliche Form der Zensur. Das bekam nicht nur Ursula von der Leyen zu spüren, auch viele kleine Unternehmen haben diesbezüglich schon Erfahrungen sammeln können. 

Konnten die Mitarbeiter früher einfach auflegen, sobald einer der Kunden ungemütlich wurde, erweist sich dies mittlerweile als gefährlich, denn heute kann jeder seine Meinung via Internet einem Millionenpublikum zugänglich machen.

Dennoch sollten Sie es unbedingt vermeiden, Beiträge kritischer Kunden und Profilbesucher zu löschen. Was im ersten Moment eine sehr bequeme Art der Schadenseindämmung zu sein scheint, entpuppt sich schnell als Bumerang. Durch die Entfernung negativer Kommentare ziehen Sie nämlich schnell den Zorn weiterer Nutzer auf sich – und anstatt das Problem zu lösen, haben Sie ein deutlich größeres geschaffen.

Die Lösung: Gehen Sie auf Ihre Kritiker zu und signalisieren Sie damit nach außen, dass Sie sich um die Belange Ihrer Kunden kümmern. 

Bieten Sie Lösungsvorschläge an, ohne dabei vertrauliche Informationen zu veröffentlichen. Finden Sie eine Möglichkeit, aus Ihrem Kritiker einen zufriedenen Kunden zu machen – natürlich öffentlich. So erarbeiten Sie sich schnell den Ruf eines serviceorientierten Unternehmens.

  1. Planen Sie Ihre Aktivitäten innerhalb der sozialen Netzwerke


Auch in XING, Facebook und Co. kommen Sie ohne Planung nicht weit. Es reicht nicht aus, wenn Sie einfach nur ein Profil erstellen und dann auf neue Kontakte warten. Stattdessen müssen Sie sich Ziele stecken und auch für kritische Fälle vorplanen. 

So sollten Sie beispielsweise schon im Vorfeld festlegen, wie Sie und gegebenenfalls auch Ihre Mitarbeiter auf kritische Kommentare reagieren. Eine weitere zentrale Fragestellung Ihrer Planung ist die Fixierung, wann und von wem Kontaktanfragen bestätigt werden.

Formulieren Sie nicht nur Ihre Ziele, sondern kontrollieren Sie auch die Fortschritte. 

Wie viele neue Kontakte haben Sie wirklich für sich gewinnen können? Wie viele Klicks hat Ihr Profil erreicht? Das sind Fragen, die Sie sich in regelmäßigen Abständen stellen sollten.

  1. Setzen Sie keinen Staub an


Gähnend leere Profile, die seit Wochen keine neuen Inhalte gesehen haben, wirken auf potentielle Kontakte alles andere als einladend. 

Einen Beitrag pro Woche sollten Sie deshalb mindestens veröffentlichen. Halten Sie Ihre Kontakte und Interessenten stets auf dem Laufenden - informieren Sie sie über Bewegungen, Veränderungen und Neuigkeiten in Ihrem Unternehmen: Stellen Sie neue Mitarbeiter vor, präsentieren Sie Ihr neues Produkt möglichst detailliert. Sie werden sehen, die Anlässe für neue Beiträge sind vielfältig – und Ihre Kontakte freuen sich darüber.

Ihr Ziel muss es sein, die Kommunikation mit Ihren Kontakten zu steuern und maßgeblich voranzutreiben. Seien Sie keinesfalls passiv, warten Sie nicht auf Kommentare, sondern fordern Sie Ihre Profilbesucher aktiv auf, ihre Meinung zu veröffentlichen, mit Ihnen in einen Dialog zu treten.

Damit habe ich Ihnen vier einfache Tipps vorgestellt. Keiner von ihnen ist wirklich kompliziert oder schwer umsetzbar, dennoch werden diese Punkte leider immer wieder ignoriert. Ein schwerer Fehler – und ich hoffe, mit diesem Artikel dazu beigetragen zu haben, dass Sie ihn in Zukunft vermeiden. Viel Erfolg!

Autor:
Robert Nabenauer
Robert Nabenauer
Robert Nabenhauer, geboren 1975 imBadischen GeniewinkelMeßkirch, verfügt über eine breite kaufmännische Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann und Handelsfachwirt.  

Als jüngster Außendienstler in der Verpackungsbranche konnte er sich schon bald als deutschlandweit umsatzstärkster Verkäufer etablieren.  

Neben umfangreichen Fort- und Weiterbildungen in den Bereichen Marketing, Menschenführung, Psychologie, Selbstorganisation und Mentalarbeit hat er zusätzlich eine Ausbildung zum lizensierten Tempus-Trainer der Akademie der Tempus GmbH von Prof. Dr. Knoblauch absolviert.

Das für den erfolgreichen Aufbau des Unternehmens erworbene Know-how macht Robert Nabenhauer zum Experten für Marketing, Kommunikation, Führung und Selbstmanagement. Mit seiner zweiten Firma, der 2010 gegründeten Nabenhauer Consulting GmbH, möchte er diese Kenntnisse nun in Form des PreSales Marketing (www.presalesmarketing.com) aktiv weitergeben.